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II. E n t w i c k l u n g des Vereins
Der KZV - H 361 Blessenbach, ein aktiver - rühriger Verein !
Jugendliche “ Züchter “ sind seit Gründung des Vereins ( angeleitet von Vater oder Großvater ) mit großem Erfolg dabei. Einen Jugendbetreuer gibt es bis 1972 nicht. Der Verein ist bis dahin an Mitgliedern aber soweit gewachsen, dass Zuständigkeiten erstmals neu geregelt werden können. Der erste Verantwortliche für Jugendarbeit wird mit Zfrd. Müller Hans-Paul in der Hauptversammlung 1969 gewählt, gefolgt von Paul Schäfer. Die Jungzüchter Thomas Kunkler mit Wiener Grau, Achim Schäfer mit Wiener weiß und Corinna Schuster mit Hermelin Rotauge können mit hervorragenden Ergebnissen über Jahre den Jugendmeister erringen. Auch auf Kreisebene sind die 3 Jungzüchter außerordentlich erfolgreich.
Entwicklung Durchschnittlich züchten in den Anfangsjahren 16 Jung - u. Altzüchter 15 verschiedene Kaninchenrassen, die überwiegend auf Lokal und Kreisschauen des Kreises Oberlahn ausgestellt und bewertet werden. Eigene Ausstellungsräumlichkeiten stehen bis zum Jahre 1980 nicht zur Verfügung. Es müssen Säle und Lokalitäten in den Nachbargemeinden angemietet werden, was oft an die Grenze der finanziellen Möglichkeiten geht. Einnahmen werden vor allem erzielt durch den alljährlichen Preisskat ( 26.03.1966 bis ins Jahr 1976 ), wo sich bis zu 60 Teilnehmer anmelden, - durch ein Gartenfest im Garten der Metzgerei Hans Stroh ( 02.07.1967 ) und Grillfeste im Hof der alten Schule. Die erwähnten Festlichkeiten dienen nicht nur der Aufstockung der Vereinskasse, sondern auch der Pflege der örtlichen Gemeinschaft.
1966 - Anlässlich der Einweihung des neuen Sportplatzes übergibt Vors. Kunkler der Sportgemeinschaft Blessenbach eine Spende und einen Fußball.
1968 - Bei der Kreisjahreshauptversammlung am 19.07.1968 in der Gaststätte Guntersau erhielt der Blessenbacher Verein den Auftrag zur Ausrichtung der Kreisjungtierschau. Die teilnehmenden Mitglieder freuen sich über das in unseren Verein gesetzte Vertrauen und begießen das anschließend im Stübchen vom Gasthaus Weber. Beweise für die Kneiperei sind vorhanden.
1971 - wird der KZV - Blessenbach vom Kreisverband Oberlahn beauftragt, die Kreisschau auszurichten. Ein geeigneter Saal wird dem Verein in Weinbach zur Verfügung gestellt, - die Käfige von den Nachbarvereinen Wolfenhausen und Kirchhofen ausgeliehen. Von den 260 gemeldeten Kaninchen stellt alleine Blessenbach 60 Tiere.
1972 können die ersten eigenen Ausstellungskäfige angeschafft werden. Die Zuchtfreunde Eckhard Klotz, Heinz Grob u. A. fertigen die dafür erforderlichen Böden und Untergestelle. Durch diese Eigenhilfe ist der KZV in der Lage, anstatt 80, nunmehr Käfige mit 96 Buchten zum Preis von 1.986 DM anzuschaffen.
1972 Der Verein feiert sein 10 - Jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsschau in der Turnhalle in Weinbach mit 260 Kaninchen.
1973 / 74 stagniert das Interesse der Züchter , was den Gedanken aufkommen lässt, den Verein vorübergehend ruhen zu lassen. Vorsitzender Kunkler ist es, der, mit Erfolg, in der Hauptversammlung 1974 zu neuen Taten aufruft. In den folgenden Jahren forcieren die Züchter ihre Arbeit. Es werden bessere Auslesen getroffen, - nur beste Zuchttiere für die Zucht eingesetzt usw.. Gute und sehr gute Bewertungen bei kommenden Ausstellungen sind der Lohn für die intensivierten Bemühungen. Bei Kreisschauen wird der Wanderpokal für den besten ausstellenden Verein gleich drei Male hintereinander geholt.
1976 am 04. Juni ( Pfingsten ) veranstalten die “ Hasen “ ein Sommernachtsfest im Schulhof. Die Erwartungen sind groß. Darum wird von der Fa. Schneider, Weilmünster, ein Zelt mit Holzboden für 670,- DM bestellt. Für Stimmung sorget die 4 - Mann Kapelle Montana. 610 Liter Bier wurden verzapft.
1977 Lokalschau im Saal des Gasthauses Katzwinkel, Elkerhausen. Die Jugendzüchterin Corinna Schuster zeigte mit Hermelin RA. das beste Tier der Schau mit 96,5 Punkten. Ernst Götz, weit über die Grenzen des Kreisverbandes als Spitzenzüchter der Rasse Blaue Wiener bekannt, errang, wie so oft den Vereinsmeister mit 382,5 Punkten.
1980 kann der Verein erstmals seine Lokalschau in Blessenbach durchführen. In den Klassenräumen der ehemaligen Dorfschule, die zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut wurde, konnten den Besuchern 158 Tiere gezeigt werden. Die Aussteller zahlten 1,50 DM Standgeld. Der Eintritt ebenfalls 1,50 DM.
Am 11 Jan. 1986 gibt Werner Kunkler in der Mitglieder / Hauptversammlung, aus persönlichen Gründen, den Vorsitz des KZV. ab. Zum neuen Vorsitzenden wird der bis dahin als Kassierer tätige Heinrich Wanka gewählt. Wanka, leitend, neben dem Kaninchenzuchtverein auch im Sportverein Blessenbach tätig, erkennt die Zeichen der Zeit. Für die nächsten 10 Jahre richten KZV und Sportverein die Zeltkirmes aus. Einnahmen von je etwa 6.000 DM beglücken nicht nur den jetzt als Kassierer tätigen “ Hasenvater “ Werner Kunkler. Ein ansehnlicher Kassenstand,- ein beruhigendes finanzielles Polster, sind das Ergebnis.
Am 28./29 März 1987 feiert der KZV-Blessenbach im Dorfgemeinschaftshaus Blessenbach unter dem Schirmherrn Peter Menningen seinen 25. Geburtstag. Zahlreiche Gäste des öffentlichen Lebens sowie Vertreter von Kreis u. Landesverband gratulierten beim Kommers am ersten Tag der Jubiläumsfeier. Gründer und langjährige Mitglieder werden geehrt. Beim gut besuchten musikalischen Frühschoppen am nächsten Morgen überbrachten die Gastvereine ihre Glückwünsche.
1987 Die Kaninchenausstellung wird versuchsweise in der Halle des Hofes Noll, Klein Weinbach durchgeführt. 300 Besucher erfreuten sich an den über 200 ausgestellten Tieren. Sie bewunderten vor allem die Marburger Feh von Züchter Andreas Stotz. Sie holten wieder mal fast alle großen Preise: Vereinsmeister mit 383,5 Punkten Bestes Tier der Schau mit 96,5 Punkten und schließlich mit 574,5 Punkten den Wanderpokal für die 6 besten Tiere. Die Schau war auch finanziell ein Erfolg. Erzielte man doch einen Gewinn von 3.601,- DM
1987 / 1988 Jahreshauptversammlung. Vorsitzender Wanka berichtet voller Stolz von 38 neuen Mitgliedern. Zurückzuführen auf die Werbeaktion anlässlich der Lokalschau in Klein Weinbach. Weniger erfreulich die Tatsache, dass sich kein Kaninchenhalter unter den Neumitgliedern befindet. Der neue Mitgliederstand liegt bei 98 + 5 Jugendlichen. Es züchten 17 Altzüchter + 5 Jungzüchter 16 verschiedene Rassen.
1995 15 Züchter stellen bei der Eisenbacher Jungtierschau mit gutem Ergebnis 94 Tiere aus. Weiter stellten 20 unserer Züchter 134 Tiere in 16 Rassen bei der Kreisschau in Weilburg aus. 14 x Kreismeister, 4 x OVE, 1 x KVE, 1 x LWAE + 7 Ehrenpreise waren das stolze Ergebnis
Juni 1997 Der Kreisverband Oberlahn, gegründet 1960 mit seinen 5 Vereinen und 322 Mitgliedern, fusioniert mit dem 1913 gegründeten Kreisverband Limburg. >Eine hohe Altersstruktur in den Oberlahnvereinen, wobei ein Nachrücken jüngerer, aktiver Züchter nicht zu erwarten ist, sind der Beweggrund für diesen Schritt.< so Kreisvorsitzender Jürgen Klemm. Der neue Kreisverband wird geführt unter dem Namen “ Kreisverband der Rassekaninchenzüchter Limburg - Oberlahn. Er wird getragen vom 991 Mitgliedern, 136 Jugendlichen und 3 Frauengruppen in ges. 24 Vereinen.
1997 wurde im Vorstand die Frage diskutiert: Was können wir für die örtliche Gemeinschaft tun? Nach kurzer Beratung ist man sich einig. Wir erinnern uns. Für die Mitglieder wurde am 24.02.96, als Ersatz für den ausgefallenen Ausflug, ein Schlachtessen durchgeführt. Dazu waren auch viele Blessenbacher Einwohner unserer Einladung gefolgt. 190 Gäste konnten im Dorfgemeinschaftshaus Blessenbach begrüßt werden. Das Schlachtessen fand unerwarteten Zuspruch. Blessenbach war erwacht. Infolge dieser Tatsache war klar. Eine feste Einrichtung ist geboren.
Wir halten im Frühjahr ein Schlachtfest, - ein Schlachtessen, wie es in vielen Haushalten nach der Hausschlachtung früher in den Wintermonaten Gang und Gebe war. Ältere und körperlich eingeschränkte Anwohner werden beliefert. Unser Metzger Heini Schröder, schon Jahre unser Lieferant von Dosenwurst, erklärt sich bereit zu Schlachten und Wurst zu machen. Alles andere lassen wir auf uns zukommen.
2000 Bei der 8. Eisenbacher Jungtierschau stellen 8 Züchter 56 Tiere aus. Alleine die Jungzüchter waren mit 28 Tieren vertreten. Andreas Schäfer errang mit Marburger Feh den Titel Eisenbacher Meister.
2002 Jugendleiter Armin Schröder unterstützt mit 13 begeisterten Jungzüchtern und 6 nicht weniger begeisterten jung gebliebenen Altzüchtern das Landesjugendtreffen in Laubuseschbach. 350 Teilnehmerinnen - u. Teilnehmer erlebten aufregende Tage mit Nachtwanderung und Lagerfeuerromantik, Besichtigung der Kelterei Heil, Laubuseschbach, des landwirtschaftlichen Betriebs Hölz, Weinbach u. abendlicher Disco.
2002 Der KZV feiert am 16 / 17 November sein 40 jähriges Jubiläum mit einer Gemeinschaftsschau der alten Oberlahnvereine Wolfenhausen, Kirchhofen und Weilmünster. 304 Kaninchen in 39 Rassen wurden den Preisrichtern zur Bewertung vorgestellt. Bei der Jugend wurde Rene Heese, Wolfenhausen, mit Kleinsilber hell Blessenbacher Meister, gefolgt von Mirko Milimonka mit Englische Scheckekaninchen und Jennifer Schröder mit Alaska. Bei den Altzüchtern waren siegreich: Tanja Heese, Wolfenhausen, mit Perlfeh, gefolgt von Willi Heimann, Deutsche Widder grau und Erich Meckel mit Hasenkaninchen ( beide Kirchhofen ). Das beste Scheckenkaninchen stammt von Heini Schröder, Blessenbach.
Zahlreiche namhafte Ehrengäste und Vertreter der Ortsvereine erwiesen dem KZV Blessenbach die Ehre. Der hessische Finanzminister Karlheinz Weimar hob hervor, dass der Blessenbacher Kaninchenzuchtverein zu einem der erfolgreichstem im Kreis gehöre. Ungewöhnlich auch die Mitgliederzahl von über 120 bei 700 Einwohnern, - ein Aushängeschild für den Weinbacher Ortsteil. Beim Züchterabend standen Ehrungen für die noch lebenden Gründer Werner Kunkler und Edwin Flohr, sowie die im Gründungsjahr eingetretenen Herrn Gerhard Stotz, Dr. Karl Schmidt und Otto Krämer auf dem Programm. Desweiteren werden für 25 jährige Mitgliedschaft Heinrich Wanka und Werner Hofmann geehrt.
2003 ( JHV ) übergibt Heinrich Wanka, aus gesundheitlichen Gründen, die Führung des Vereins in jüngere Hände. Neuer 1. Vorsitzender wird der bisherige Jugendwart Armin Schröder.
2003 Bei der Bundeskaninchenschau in Stuttgart errangen die Roten Neuseeländer von Michael Klement 383,5 Punkte. Die Riesen grau von Markus Klement erhielten 381,0 Punkte. Die erzielte Punktzahl bei einer so großen Schau stellt alleine schon eine Auszeichnung dar.
2004 ( JHV ) beendet auch der Vereinsgründer und Ehrenvorsitzende Werner Kunkler seine Vorstandsarbeit. Werner Kunkler gehörte 42 Jahre dem Vorstand an - 24 Jahre als 1. Vorsitzender und 18 Jahre als Kassierer.
Mit dem Rückzug von Werner Kunkler und Heinrich Wanka vollzieht sich in der Vereinsführung ein Generationswechsel.
Mai 2005 Bestimmungen des ZDK ( verbesserter Tierschutz ) zwingen den Verein zur Neuanschaffung von größeren Ausstellungskäfigen. Dank Spenden in Höhe von 2400,- Euro werden 35 Käfige u. Böden gekauft. Der KZV - Blessenbach ist damit für die Zukunft gerüstet.
November 2005
Ehrenvorsitzender Werner Kunkler erhält durch die Hand von Bürgermeister T. Sprenger den
Ehrenbrief des Landes Hessen.
Während seiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit hat sich Zfrd. Kunkler sehr um das Wohl der örtlichen Gemeinschaft verdient gemacht. Hierfür , so der Bürgermeister, gebühre dem “ HASENVATER “ Dank und Anerkennung.
2006 Bei der Jahreshauptversammlung am 14. Januar stimmen die Mitglieder über die Neufassung der Vereinssatzung ab. Sie tritt in Kraft am 15. Januar 2006.
2010 Der Landesverband HN fragt den Blessenbacher Kaninchenzuchtverein um Unterstützung für das Landesjugendzeltlager in Laubuseschbach. Der Arbeitsplan von Anni Schuster, “ Mutter der Nation “ sieht wie folgt aus: Armin Schröder mit 30 Helferinnen und Helfern, verlässlich und erfahren in der Organisation und Durchführung großer Veranstaltungen werden an 4 Tagen von morgens 6:00 Uhr bis nach dem Abendessen tätig sein.
200 Kinder und ihre Betreuer erleben unbeschwerte Tage. Zufriedene Gesichter belegen einen reibungslosen Ablauf.
2010 Lokalschau am 12 November im Dorfgemeinschaftshaus. Konnte der Verein in früheren Jahren 250 Kaninchen auf seinen Lokalschauen präsentieren, über 100 Tiere bei Jungtier - u. Kreisschauen befreundeter Vereine , so kann festgehalten werden, dass die Zahl der Ausstellungstiere in den letzten Jahren nur noch ein Teil dessen darstellt, was wir gewohnt sind. Die Zahl der Züchter geht stetig zurück. Alter und Krankheit zeigen ihre Auswirkungen. Neben Züchtern aus Weinbach, Aumenau und Wirbelau zählt der Verein nur noch 4 Kaninchenzüchter / Halter aus Blessenbach. Spitzenzüchter sind verstorben oder können den Verein aus Altersgründen nicht mehr unterstützen. Jugendliche Züchter, 3 Geschwister aus Wirbelau, angeleitet vom Vater, zeigen voller Begeisterung und Stolz ihre Tiere. Was aber, wenn sie älter werden und sie andere Interessen / Vorlieben entwickeln? Davon kann wohl jeder Kaninchenzuchtverein ein Lied singen. Sind wir noch zeitgemäß ? Passen wir noch in diese moderne, digitale Welt ? Wir sagen ja ! Was aber müssen wir tun, um Mitmenschen zu interessieren, - die Zucht von Kaninchen in unseren Vereinen zu beleben und am Leben zu erhalten ?
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